Meine Zeit in Indien…

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Indien war wieder ein sehr tief berührendes Erlebnis für mich – und ich denke für alle, die dabei sein durften.
Jeden Tag Sonne pur, gefühlte 33°C. Einen Tag regnete es zwar stark, leider bekamen wir dadurch kaum Abkühlung. Das Wetter dort ist in keinster Weise mit unserem Wetter vergleichbar.
Entsprechend passten wir unseren Tagesrythmus an. Während der Mittagszeit ruhte ich, in den frühen Morgenstunden und bis spät in die Nacht meditierte ich und es wurde gegessen und gesungen.
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Die Atmosphäre war angenehm und  entspannt.
Jeden Tag ging es zum Tempel und wir konnten meditieren. Ein besonderes Erlebnis waren die Meditationen nachts, wenn noch alle schliefen und nur die Rufe von den Wildtieren zu hören waren.
Gurunath kam während des Frühstücks zu uns und nahm sein Frühstück mit uns ein, während er sich locker mit uns unterhielt. Später beim Satzang  meditierten er mit uns im Mandala.  Er lehrte uns heilvolle Mantren und weihte uns in kraftvolle, neue Techniken ein. Anschließen ließ er uns genügend Zeit für unsere Fragen.
Nun, da ich meine Erlebnisse aufschreibe, kommt mir in den Sinn, dass die Fragen und Antworten dazu dienten, für ihn neue Wege zu schaffen,  uns noch mehr zu helfen.
Ehe wir uns versahen, war nun auch bald wieder Mittag. Wer sich noch nie ayuvedisch ernährt hat, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie abwechslungsreich und wohlschmeckend unsere Mahzeiten waren. Es gab jeden Tag so wohl zum Mittag, als auch zum Abend mehrere Gerichte. Zu jeder Mahlzeit wurden zwei Suppen gereicht, verschiedene gekochte Gemüsespeisen, Reis und Fladen. Sehr schmackhaft und gesund.
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Bevor wir uns an den Speisen bedienten, segneten und reinigten wir die Mahlzeiten mit einem speziellen Food-Mantra.
Auch wenn ich Bedenken hatte, angesichts der Mengen, die wir dort aßen, mit einigen Pfunden mehr nach Hause zu kommen, zeigte die Waage kein Gramm mehr an, allerdings ein Plus an Wohlgefühl und Gesundheit.
Nach dem Mittag war Ruhe angesagt und ich habe diese Zeit wirklich jeden Tag genossen. Mich einfach hinlegen zu können, ohne Verpflichtung ohne den Drang etwas tun zu müssen. Ich bin fast täglich fest eingeschlafen und habe mich dabei ausgesprochen gut erholen können.
Gurunath hatte bereits in den Jahren davor gesagt, wenn wir nichts tun und uns damit nicht langweilen, können wir heilen.
Während des Aufenthaltes hat Gurunath ununterbrochen mit und und an uns gearbeitet. Von daher vermute ich, das noch das ein oder andere Thema nach der Reise für uns sichtbarer wird und wir unseren Alttag noch besser meistern können.
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Bei all dem kostbaren Tagesablauf blieb auch immer noch genügend Zeit für persönliche Aktivitäten, wie Pflege, Wandern, Lesen, Mantra lernen, Gespräche und ayurvedische Behandlungen. Wandern ohne Begleitung war allerdings nicht möglich, da wir wilden Tieren hätten begegnen können, mit denen wir als Europäer einfach nicht die Erfahrung haben.
Es war allerdings bereits auch schon so ein „wildes“ Erlebnis. Affen sind bis in den Aschram gekommen und mussten verscheucht werden. Wir beobachteten Flughunde und andere Tiere, die wir bislang nur aus Filmen kannten.
Es gab Schlangen, Skorpionen, Panter, Hirsche und viele sehr schöne Vogelarten. Einige versuchten von unserem Obst zu kosten, meistens von den Bananen. Zum Glück haben wir die Tiere mehr gehört und ihre Spuren entdeckt oder sie in der Nähe beobachten können.  Im Ashram selbst gab es Hunde, Katzen, Kühe und Rinder. Es gab auch ein keines Kälbchen, welches bei unserer Anreise gerade 4 Tagen alt war. Es lag an unserem Weg im Schatten. Die tägliche Begegnung hat mich sehr berührt und es hat mich täglich dort hingezogen, es zu begrüßen.
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Sobald die Sonne auf oder unter ging, nahmen wir das Sonnenlicht auf, in dem wir Surya Yoga praktizierten. Die Sonne in Indien ist so austrahlungsstark und das Licht so angenehm, dass Du Deine Augen nicht schützen musst.
Auch in diesem Jahr hat sich Gurunath mit uns auf einen Ausflug nach Pune begeben. Wir durften den Kryha Shiva Tempel und die Räumlichkeiten von Mutter Ma besuchen. Im ersten Tempel haben wir mit Gurunath meditiert. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Beide Ausflugsangebote waren sehr beeindruckend und ich bin dankbar dabei gewesen zu sein.
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Zum Abend trafen wir uns zum Satzang und bevor wir unsere Fragen stellten, meditierten wir mit Gurunath, was ich als sehr kraftvoll und hilfreich empfand. Bei einer dieser Begegnungen, erklärte Gurunath, das wir  immer auf den Meister warten und bei der Energieübertragung in seiner Nähe sein wollen. Seine Anwesenheit würde uns aber durch unsere Erwartungen viel zu sehr blockieren. Er könne uns daher viel besser heilen, wenn wir nicht in seiner Nähe sind.  So, wie nachts wenn wir schlafen. Eine für mich hilfreiche Erklärung.
Nach dem Satzang gab es dann wieder allerlei köstliche Speisen und fast jeden Abend Eis, welches wir in Mengen schlämmten. Aber das war ja noch nicht alles. Nachmittags gab es Wassermelonen, die frisch und süß schmeckten. Wer wollte, konnte Kokosmilch trinken. Diese waren grün und die Milch schmeckte sehr gut, aber anders, als ich es bislang kannte.
Nun komme ich zu unseren Listen. Zum wohl ersten Mal, wurde in verschiedenen Listen die Auslagen, wie Telefonanrufe, Kokosnussgetränke und ähnliches, festgehalten. Einige  spassige Bemerkungen  blieben da natürlich nicht aus.
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Auf unseren Wunsch hin, war Gurumatha so lieb und ließ uns an einem „Kochkurs“ teilnehmen. Dabei scheute sie keine Mühe. Zwei Abende davor stellte sie mehrere verschiedene Bohnen und Linsensorten zusammen. Diese wurden alle benannt und beschriftet. Die Bohnensorten wurden getrennt über Nacht eingeweicht. Am nächsten Tag konnten wir das Wasser abgiessen und die Bohnen in Leinentücher verpacken. Am folgenden Tag war es dann soweit. Gurumatha ließ sich von Gurunath ein Gewandt aussuchen und so festlich gekleidet weihte sie uns in die Geheimnisse der indischen Kochkunst ein.
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Sämtliche Zutaten wurden in kleinen Schalen platziert. Eine herrliche Farbenpracht an Gewürze und Gemüse offenbarte sich uns. Der Geruch eine Köstlichkeit. Die Erklärungen von Gurumatha überraschten mich, da sie mit ihrem Bericht in die Zeit zurück ging, als die Feuerstelle noch draussen war und die Frauen  auch noch selbst das Mehl mahlten. Da die Mahlsteine und die Feuerstellen noch vorhanden sind konnten wir daran teilnehmen.
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Weiter zeigte uns Gurumatha wie und mit welchen Gewürzen in Indien die verschiedenen Speisen gekocht werden. Trotz meiner vollsten Aufmerksamkeit und meinem Bemühen mir alles zu merken, gelang mir dies nicht. Etwas tröstet mich. Im Mai soll das Kochbuch von Gurumatha fertig sein.IMG_1095
In Indien ist Zeit etwas anderes. Es wird gelassener damit umgegangen. Selbst die Taxifahrer kommen, ich sage mal, „wann es ihnen möglich ist“. Sie warteten aber auch sehr geduldig und unter Umständen auch sehr lange auf uns, wenn wir sie bestellt hatten. Eine ganz andere Welt.IMG_1088
Zu dieser anderen Welt gehört auch das Angebot einer ayurvedischen Behandlung. Seit letztem Jahr kommt nur für uns ein ayurvedischer Arzt. Nach einer kurzen Diagnostik spricht er seine Empfehlungen aus, wie Kräuter- oder Öleinläufe, spezielle Ölmassagen und Stirnguss und/oder Dampfbad. Obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte, konnte ich mich auch in diesem Jahr wieder nicht auf Terminabsprachen einlassen.  Erstaunlich, sobald ich im Aschram bin, habe ich den Wunsch nach Ruhe und will ohne auf die Zeit zu achten den Tag leben. Was ich persönlich sehr angenehm finde, zu den Mahlzeiten werden wir durch das Leuten einer Kuhglocke gerufen.  Das wird gehört und klappt!
Ich könnte noch so viel berichten.IMG_1268
Sehr schwer ist für mich und es scheint mir unmöglich, die Erfahrungen mit Gurunath zu teilen. Seine Liebe und sein unermüdliches Bemühen uns nicht nur die Praxis  zu vermitteln, sondern das was dahinter steht und was wirklich hilft und wichtig für uns ist. Das kann ich nicht in Worten erfassen. Für mich eine wunderbare, dankbare Erfahrung.
Die Woche im Aschram bekam aber auch durch die Anwesenheit von Sophia, die uns mit ihrer offenen, wachen, vertrauensvolle Art verzauberte, eine besondere Note.
Hilfreiche Unterstützung bekamen wir auch durch die vielen Helfern, die den Ashram unterstützen, wie auch die Schwiegertochter, Melanie und zwei weitere  Amerikaner. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die es zu einem so einmaligen Erlebnis gemacht haben und ich freue mich auf das nächste Mal.
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